{"id":653,"date":"2015-05-07T11:16:27","date_gmt":"2015-05-07T11:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankenschuppen.de\/?p=653"},"modified":"2015-05-13T14:55:27","modified_gmt":"2015-05-13T14:55:27","slug":"dem22-eine-konkrete-utopie-vision","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gedankenschuppen.de\/?p=653","title":{"rendered":"Eine linke Utopie (Dem. 22)"},"content":{"rendered":"<p>Was schwebt mir als eine w\u00fcnschenswerte Zukunft der Gesellschaft vor? Eine bessere Welt ist m\u00f6glich. Wie sieht sie aus? Wie wollen wir leben? (Und welche Hindernisse stehen dem entgegen? Welche Schritte f\u00fchren zum Ziel?) Meiner Utopie, die ich in f\u00fcnf Punkten skizzieren werde, m\u00f6chte ich einige Bemerkungen vorausschicken.<\/p>\n<p><strong>Zur Ausgangssituation<\/strong>: Zurzeit gibt uns eine \u00fcberm\u00e4chtige Wirtschaft die Regeln des Zusammenlebens vor. Aus Gewinnmaximierung und hemmungslosem (zu wenig geregeltem) Wettbewerb resultiert ein widersinniger Wachstumszwang, der \u00f6kologisch unverantwortlich ist und das Gemeinwohl sch\u00e4digt. Das fortschreitende Auseinanderklaffen von Arm und Reich sowohl innerstaatlich als auch zwischen den Staaten untergr\u00e4bt das friedliche Zusammenleben der menschlichen Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Die neoliberale Globalisierung (ge\u00f6ffnete M\u00e4rkte: freier Kapitalverkehr, Freihandel) f\u00fchrt zu einem zerst\u00f6rerischen Standortwettbewerb zu Lasten der Bev\u00f6lkerungen.<\/p>\n<p><strong>Zu unseren Chancen<\/strong>: Die technologische Entwicklung ist so weit fortgeschritten, dass alle Menschen in Deutschland und der ganzen Welt materiell sorglos leben k\u00f6nnten. Mit den vorhandenen\u00a0 industriellen und digitalen Techniken und F\u00e4higkeiten k\u00f6nnten wir mit deutlich weniger Arbeitseinsatz als heute alle Produkte herstellen und alle Dienstleistungen bieten, die wir Menschen f\u00fcr ein gutes Leben brauchen. Die Arbeitszeiten k\u00f6nnten verk\u00fcrzt werden. Der Stress in der Arbeit k\u00f6nnte verringert werden, die Menschen h\u00e4tten mehr freie Zeit, um ihren Neigungen und au\u00dferberuflichen Aufgaben nachgehen zu k\u00f6nnen. Und das Wichtigste: alle arbeitsf\u00e4higen Menschen k\u00f6nnten einen Arbeitplatz finden, der ihnen eine materiell befriedigende Existenzgrundlage bietet.<\/p>\n<p>Ich sagte: \u201ewir k\u00f6nnten\u2026\u201c. Es fehlt \u2013 abgesehen von den genannten technologischen Voraussetzungen &#8211; die Benennung der Bedingungen, unter denen aus \u201ek\u00f6nnten\u201c ein \u201ek\u00f6nnen\u201c und ein \u201eso soll es sein\u201c (eine Utopie) wird. Den Zusammenhang von Realit\u00e4t und gewollter Zukunft sehe ich so: Aus dem Mangel entsteht ein gedachtes Ziel, daraus wird eine Strategie, die in einen begehbaren &#8222;Weg&#8220; einm\u00fcndet. Aus den Schritten (Entscheidungen, Ma\u00dfnahmen) auf diesem Weg wird ein ver\u00e4nderter Prozess des Wirtschaftens und Lebens unter neuen Rahmenbedingungen &#8211; ein Prozess, der uns zu einer besseren Welt verhilft.<\/p>\n<p><strong>Die Frage ist also<\/strong>: Wie k\u00f6nnten Wissenschaft und Technik in ihrer fortgeschrittenen Entwicklung zu einer besseren Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums f\u00fchren, also so eingesetzt werden, dass sie nicht \u2013 wie zurzeit \u2013 vor allem einer kleinen\u00a0 Gruppe von privilegierten Menschen zugute kommt, die durch den leistungslosen Einsatz von Kapital immer reicher werden zu Lasten einer gr\u00f6\u00dfer werdenden Zahl von Besch\u00e4ftigten, die unter immer gr\u00f6\u00dferem Arbeitsdruck stehenden und von der Angst vor materieller Not und Abh\u00e4ngigkeit getriebenen sind?<\/p>\n<p>Es geht also um eine sinnvolle Verteilung der Verm\u00f6gen, Einkommen und Arbeitszeiten. Und die entscheidende Frage lautet, wie eine solche Verteilung organisiert werden kann, ohne die Effizienz des Wirtschaftens und Freiheiten der B\u00fcrger mehr als n\u00f6tig einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Das <strong>\u00fcbergeordnete Ziel<\/strong> ist also: Die Wirtschaft muss wieder den Menschen dienen und nicht die Menschen einer \u201eWirtschaftsmaschine\u201c, die einer unbeeinflussbaren Eigendynamik zu folgen scheint. Die Wirtschaft und die in ihr t\u00e4tigen Menschen m\u00fcssen in diesem Sinne befreit werden aus den Zw\u00e4ngen eines ungez\u00e4hmten Marktes, dessen Wirkungsweise (Mechanismen, \u201eGesetze\u201c) den Zielen des Gemeinwesens zuwiderlaufen.<\/p>\n<p>Damit meine ich: Den so genannten &#8222;Gesetzen&#8220; eines sich angeblich selbst regulierenden Marktes sind zurzeit nicht nur die Arbeitnehmer und Selbst\u00e4ndigen, sondern auch die Eigent\u00fcmer von gr\u00f6\u00dferen Unternehmen (Produktionsmitteln) unterworfenen. Die Eigendynamik des Marktes (der M\u00e4rkte) kann nur gez\u00e4hmt und in den Dienst der (und nicht nur weniger) Menschen gestellt werden, indem in diese Markt-\u201eGesetze\u201c politisch eingegriffen wird. Gewinnmaximierung und unbegrenzter Wettbewerb sch\u00e4digen das soziale Gef\u00fcge und die Umwelt. Eine sinnvolle Begrenzung des Strebens nach Gewinn und klare Regeln f\u00fcr den globalen Standortwettbewerb f\u00fchren dazu, dass die negativen Auswirkungen des Marktgeschehens vermieden und die positiven Antriebe (Motivation, Ansporn, Leistungsbereitschaft) gest\u00e4rkt werden. <strong>Statt gemeingef\u00e4hrlicher Selbstregulierung und globaler Eigendynamik m\u00fcssen die\u00a0G\u00fcter- und Finanzm\u00e4rkte\u00a0 politischen Rahmenbedingungen unterworfen werden.<\/strong> Die erforderlichen Rahmenbedingungen sollen die erw\u00fcnschten Wirkungen marktwirtschaftlicher Anreize nicht au\u00dfer Kraft setzen. Vielmahr sollen sie das Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage und Preisen im Sinne des Gemeinwohls lenken und beeinflussen. Die im Grungesetz verankerte Sozialpflichtigkeit des Eigentums soll ernst genommen werden.<\/p>\n<p>Was sind die Fernziele, die nach meinen Vorstellungen im Sinne des Gemeinwohls angestrebt werden sollen? Ich werde im Folgenden meine Vision, meine machbare Utopie in Gestalt f\u00fcnf zentraler <strong>\u201eS\u00e4ulen einer besseren Welt<\/strong>\u201c kurz benennen und erl\u00e4utern.<\/p>\n<p><strong>\u2022 Freiheit und Selbstbestimmung: Alle Menschen sollen ihr Leben frei von Angst f\u00fchren k\u00f6nnen \u2013 ohne Bevormundung und ohne ungerechtfertigte Zw\u00e4nge durch Staat und Wirtschaft.<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Hindernisse stehen dem entgegen?<\/span> Auf der einen Seite bestehende gesellschaftliche Regeln, die dazu f\u00fchren, dass die Gestaltungsmacht nicht bei den gew\u00e4hlten Volksvertretern, sondern in den H\u00e4nden der Wirtschaftselite liegt. Auf der anderen Seite die Angst der Menschen, keinen Arbeitsplatz mit hinreichendem Einkommen zu finden, und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes mit der Folge von Armut und Angewiesensein auf staatliche F\u00fcrsorge. Diese \u00c4ngste machen die Besch\u00e4ftigten zu Abh\u00e4ngigen, die zum willf\u00e4hrigen Funktionieren gezwungen sind und sich f\u00fcgen m\u00fcssen, um nicht &#8222;unter die R\u00e4der zu kommen&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Schritte f\u00fchren zu dem Ziel?<\/span>\u00a0\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: Der Staat muss alle ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel der Wirtschafts- und Steuerpolitik einsetzen, um Vollbesch\u00e4ftigung zu erreichen, und die nicht vermeidbaren Arbeitslosen darin unterst\u00fctzen, neue Arbeit zu finden. Wer nicht arbeiten kann, f\u00fcr den muss gesorgt werden. <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens:<\/span> Durch geeignete Regeln ist die Aus\u00fcbung von Herrschaft in Wirtschaft und Gesellschaft auszuschlie\u00dfen. Es darf nicht sein, dass einzelne Personen aufgrund ihres Eigentums an Kapital andere Menschen von sich abh\u00e4ngig machen. Erforderlich ist daher eine Verteilung der Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber Kapital (Produktionsmittel) auf alle, die Maschinen und andere Produktionsmittel bedienen. Das hei\u00dft: Kein ma\u00dfgeblicher Einfluss einzelner Kapitaleigner auf die Politik von Unternehmen. F\u00f6rderung genossenschaftlich organisierter Unternehmen. \u00dcberwindung der Kluft zwischen Reich und Arm durch Reduzierung der Einkommensspreizung (z.B. Faktor 5), angemessene Besteuerung von Einkommen und Verm\u00f6gen sowie Reform der Erbschaftssteuer. <span style=\"text-decoration: underline;\">Drittens<\/span>: Die Demokratie ist zu st\u00e4rken, indem die M\u00f6gllichkeiten der direkten Demokratie erweitert und die politischen Entscheidungen auf m\u00f6glichst niedriger Ebene gef\u00e4llt werden (Subsidiarit\u00e4tsprinzip), denn: je gr\u00f6\u00dfer die r\u00e4umliche\/ administrative Distanz zwischen W\u00e4hlern und politischen Repr\u00e4sentanten, desto gr\u00f6\u00dfer die Macht von Experten und desto gr\u00f6\u00dfer die Gefahr des Einflusses versteckt agierender Vertreter von Partialinteressen (Lobbyismus).<\/p>\n<p><strong>\u2022 Gleiche Rechte f\u00fcr alle:<\/strong> <strong>Alle Menschen sollen gleichberechtigt den Schutz vor Willk\u00fcr und den gleichberechtigten Zugang zu den Voraussetzungen ihrer pers\u00f6nlichen und beruflichen Entfaltung genie\u00dfen. Nicht nur die Gleichheit vor dem Gesetz ist zu gew\u00e4hrleisten, sondern auch die Gleichheit der Lebenschancen.<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Hindernisse stehen dem entgegen?<\/span> Die Ungleichheit der Chancen ergibt sich aus der krassen Ungleichheit der Einkommen (materielle H\u00fcrden). Das betrifft vor allem Bildung und Ausbildung.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Schritte f\u00fchren zum Ziel?<\/span> Jedem Menschen m\u00fcssen die (vor-) schulischen Voraussetzungen geboten werden, dass die in ihm steckenden Potenziale (F\u00e4higkeiten, Begabungen, Neigungen) zur Entfaltung kommen. Hierbei d\u00fcrfen die Einkommensverh\u00e4ltnisse keine Rolle spielen. Nicht bestimmte schulische Abschl\u00fcsse (z.B. Abitur), sondern die Neigung und Eignung des Einzelnen sollen entscheidend daf\u00fcr sein, welche praktischen, theoretischen, k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeiten ihm in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft offen stehen.<\/p>\n<p><strong>\u2022 Freie Meinungsbildung:<\/strong> <strong>Alle Menschen sollen die M\u00f6glichkeit haben, sich hinreichend und korrekt zu informieren, um sich eine eigene Meinung bilden zu k\u00f6nnen. Die Demokratie als die einzige Staatsform, die der W\u00fcrde des Menschen gerecht werden kann, lebt vom politischen Interesse und vom Engagement ihrer B\u00fcrger.<\/strong> Ohne freie Meinungsbildung und ohne offene Debatten ist Demokratie nur eine Farce. <span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Hindernisse stehen dem entgegen?<\/span> Die privaten Medien sind zurzeit dem Gesetz der Gewinnmaximierung unterworfen. Die Eigent\u00fcmer (Anteilseigner) der Medien haben ein Interesse daran, dass ihr eingesetztes Kapital die h\u00f6chste Rendite erzielt. Sie sind nicht vorwiegend an Kriterien des Anstandes, der Sorgfalt und Wahrheitstreue der Berichterstattung interessiert, sondern m\u00fcssen in erster Linie darauf achten, dass sie die Kriterien f\u00fcr wirtschaftlichen Gewinn erf\u00fcllen: eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Zahl verkaufter Exemplare und Anzeigen. Die \u00f6ffentlichen Medien stehen unter dem (von bestimmten Interessengruppen erzeugten) Stress, sich in den Einschaltquoten mit den privaten Sendern messen zu m\u00fcssen. Ohne korrekte und umfassende Information ist der B\u00fcrger nicht in der Lage, seine Interessen wahrzunehmen und ist beliebiger Manipulation ausgesetzt. Eine hinreichende Vielfalt der Medien ist unverzichtbar, um Einseitigkeit in der Berichterstattung vermeiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Schritte f\u00fchren zum Ziel?<\/span> Es m\u00fcssen die Voraussetzungen daf\u00fcr geschaffen werden, dass sich jeder B\u00fcrger hinreichend informieren kann, um sich eine Meinung zu den ihn interessierenden Themen bilden und ein fundiertes Urteil f\u00e4llen zu k\u00f6nnen. Die wichtigste Voraussetzung daf\u00fcr ist die Befreiung der Medien aus der privaten Verf\u00fcgungsgewalt der Kapitalgeber. Das hei\u00dft <span style=\"text-decoration: underline;\">erstens<\/span>: Es muss unabh\u00e4ngige Gremien geben, die nach kulturellen und nicht wirtschaftlichen Kriterien die Berichterstattung der Medien bewerten und vergleichen. In diesem Rahmen ist ein sinnvoller Wettbewerb m\u00f6glich. <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens:<\/span> Die finanzielle Absicherung der Medien soll aus Verkaufserl\u00f6sen und aus \u00f6ffentlichen Mitteln (Spenden, Stiftungen) erfolgen. Die Existenz anspruchsvoller Medien darf jedenfalls nicht vom freien Markt (von m\u00e4chtigen Geldgebern) abh\u00e4ngen. <span style=\"text-decoration: underline;\">Drittens<\/span>: die bestehende Konzentration im Bereich der Medien ist zugunsten einer hinreichenden Vielfalt des Angebots zu korrigieren.<\/p>\n<p><strong>\u2022 Friedliches Zusammenleben<\/strong>: <strong>Alle Menschen sollen in Frieden miteinander leben, also ihre unvermeidbaren Konflikte mit friedlichen Mitteln austragen. Kriege zwischen Staaten, die aus wirtschaftlichen und machtstrategischen Gr\u00fcnden gef\u00fchrt werden, sind weltweit zu \u00e4chten, ebenso militante Gewalt im Rahmen von B\u00fcrgerkriegen.<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Hindernisse stehen dem entgegen?<\/span> Die Gro\u00dfm\u00e4chte streben nach Vormacht, um ihrer Wirtschaft Vorteile zu verschaffen, indem ihren Unternehmen in den abh\u00e4ngigen Staaten Zugriff auf Bodensch\u00e4tze verschafft und Absatzm\u00e4rkte erobert werden. Sie scheuen nicht davor zur\u00fcck, Kriege anzuzetteln. Widerst\u00e4nde gegen die Privatisierung von Bodensch\u00e4tzen und gegen den erzwungenen Freihandel werden milit\u00e4risch (durch eigene Truppen und\/oder durch willige Diktatoren und ihre Cliquen) gebrochen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Schritte f\u00fchren zum Ziel?<\/span>\u00a0 Grundlegend: Die Staaten m\u00fcssen ihre Entscheidungsmacht \u00fcber Krieg und Frieden abgeben an eine global anerkannte Institution (wie die UNO), die von keiner Gro\u00dfmacht abh\u00e4ngig sein darf. Alle Staaten m\u00fcssen ihr Milit\u00e4r vollst\u00e4ndig abr\u00fcsten. <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: Die UNO muss in die Lage versetzt werden, durch humanit\u00e4re Intervention Gro\u00dfverbrechen wie V\u00f6lkermord und Massenmorde zu verhindern. Schritte zur Vermeidung bzw. friedlichen Beilegung von militant ausgetragenen Streitf\u00e4llen zwischen Staaten sind\u00a0 nach international g\u00fcltigen Standards zu entscheiden und (unter Umst\u00e4nden milit\u00e4risch oder polizeilich) durchzusetzen.\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span>: Staaten, die sich der UNO und dem internationalen Strafgerichtshof nicht unterordnen, sind international zu \u00e4chten. Die Verantwortlichen f\u00fcr zwischenstaatliche Kriege und B\u00fcrgerkriege sind vor einen internationalen Gerichtshof zu stellen und zu bestrafen. Institutionen und Strategien der friedlichen Konfliktbereinigung sind auszubauen bzw. zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>\u2022 Verantwortung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen<\/strong>: <strong>Unser Umgang mit nat\u00fcrlichen Ressourcen muss ihre dauerhafte Nutzbarkeit gew\u00e4hrleisten. Der Klimawandel ist aufzuhalten.<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Hindernisse stehen dem entgegen?<\/span> Der verschwenderische und zu Lasten der Umwelt gehende Konsum wird durch falsche Anreize des K\u00e4uferverhaltens angeheizt \u2013 durch Werbung, die ein wirtschaftskonformes (verzerrtes) Menschenbild vermittelt. Bed\u00fcrfnisse nach Statussymbolen werden geweckt, die den Wert des Menschen an Eigenschaften festmacht, die wirtschaftlich verwertbar sind.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Welche Schritte f\u00fchren zum Ziel?<\/span>\u00a0\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span>: Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen (Sonne, Wind, Erdw\u00e4rme) ist hinreichend zu f\u00f6rdern, um weltweit unabh\u00e4ngig zu werden von fossilen und atomaren Energiequellen. <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span>: Der Schutz der Natur (Boden, Wasser, Luft, Klima, Biologische Vielfalt, Landschaftsbild) vor \u00dcberbauung, Schadstoffanreicherung und monotoner Landnutzung muss gegen wirtschaftliche Interessen durchgesetzt werden. <span style=\"text-decoration: underline;\">Drittens<\/span>: Das Bildungssystem ist so zu ver\u00e4ndern, dass es die Erziehung zur Verantwortlichkeit in den Vordergrund r\u00fcckt. Das Wissen um die Eingebundenheit des Individuums in die Gemeinschaft, das Gesp\u00fcr f\u00fcr die Gef\u00e4hrdung unserer Demokratie durch Machtkonzentration und die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Gef\u00e4hrdungen unseres Planeten m\u00fcssen einen besonderen Stellenwert erhalten. Politisches Desinteresse und passive Konsumentenhaltung sollen \u00fcberwunden werden. <span style=\"text-decoration: underline;\">Viertens<\/span>: Kampagnen sollen durchgef\u00fchrt werden, die eine Fixierung auf materielle Erfolgskriterien \u00fcberwinden. Ein Lebensstil, in dem immaterielle Werte wie gelingende Kommunikation, Mitgef\u00fchl, soziales Engagement eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, ist ein Gewinn an Lebensqualit\u00e4t. Dazu geh\u00f6rt auch das Erleben einer vielf\u00e4ltigen Natur als Raum f\u00fcr Erholung, Ruhe und Entspannung.<\/p>\n<p><strong>Nachbemerkung:<\/strong><br \/>\nDas ber\u00fchmte Gebet einer Nonne geht sinngem\u00e4\u00df so: \u201eGib mir Mut und Kraft, ungerechte Verh\u00e4ltnisse zu ver\u00e4ndern, gib mir die Gelassenheit, hinzunehmen was ich (zur Zeit noch) nicht \u00e4ndern kann, und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Ich f\u00fcge hinzu: es bracht auch einen langen Atem und Geduld, die vielen kleinen Pfl\u00e4nzchen zu achten und zu pflegen \u2013 also die Ans\u00e4tze weiterzuentwickeln, die es bereits im Sinne der von mir skizzierten (nicht besonders originellen, aber deshalb nicht weniger wichtigen) Utopie gibt.<\/p>\n<p>Bei der <strong>Umsetzung<\/strong> dieser groben Zukunftsvorstellung steckt nat\u00fcrlich der Teufel im Detail. Es bedarf vieler Debatten und vieler kleiner Schritte \u2013 nach dem Muster \u201eVersuch und Irrtum\u201c \u2013 um im Einzelfall das rechte Ma\u00df zu finden und ein funktionierendes Gleichgewicht zwischen Freiheit und Ordnung (Regeln) zu finden. Aber das l\u00e4sst sich leichter machen, wenn wir uns klar sind \u00fcber die Richtung, in die wir uns bewegen wollen. In dieser Orientierung und in der daraus erwachsenden Motivation, sich politisch einzumischen, liegt der Sinn konkreter Utopien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was schwebt mir als eine w\u00fcnschenswerte Zukunft der Gesellschaft vor? Eine bessere Welt ist m\u00f6glich. Wie sieht sie aus? Wie wollen wir leben? (Und welche Hindernisse stehen dem entgegen? Welche Schritte f\u00fchren zum Ziel?) 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