{"id":510,"date":"2015-03-05T22:43:22","date_gmt":"2015-03-05T22:43:22","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankenschuppen.de\/?p=510"},"modified":"2015-12-26T22:15:14","modified_gmt":"2015-12-26T22:15:14","slug":"geniessen-schule-und-beruf-wie-haengt-das-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gedankenschuppen.de\/?p=510","title":{"rendered":"8.- Genie\u00dfen, Schule und Beruf \u2013 wie h\u00e4ngt das zusammen?"},"content":{"rendered":"<p>Wir genie\u00dfen \u00fcber unsere Sinne \u2013 das ist nichts Neues. Aber wir genie\u00dfen auch \u00fcber unseren Kopf, indem wir in unserer Phantasie Bilder entstehen lassen, uns an T\u00f6ne oder Ger\u00fcche erinnern und \u2013 das ist wohl das Wichtigste: indem wir beim Denken Lust empfinden, wenn auch nicht bei jedem Denkvorgang. Ob \u00fcber unsere Sinnesorgane \u2013 Augen, Ohren, Haut, Zunge und Nase \u2013 oder \u00fcber unser Gehirn: jeder Mensch hat mindestens ein \u201eLustzentrum\u201c, das bei ihm \u00fcberdurchschnittlich stark ausgepr\u00e4gt ist. Wenn er dieses in geeigneter Weise reizt und durch \u00dcbung (Wiederholung des Reizes) zur Entfaltung bringt, findet er in ihnen eine dauerhafte Quelle des Wohlbefindens bis hin zum Gl\u00fccksgef\u00fchl.<\/p>\n<p>\u00dcber das <strong>Ohr<\/strong> genie\u00dfen wir, indem wir Musik h\u00f6ren oder ein Instrument spielen. \u00dcber das <strong>Auge<\/strong> genie\u00dfen wir, indem wir uns an Kunstwerken, am guten Design von Gegenst\u00e4nden und an sch\u00f6nen Menschen erfreuen. \u00dcber <strong>Zunge und Nase<\/strong> genie\u00dfen wir, indem uns gut zubereitete Speisen und Getr\u00e4nke in gute Stimmung versetzen. \u00dcber die <strong>Haut<\/strong> genie\u00dfen wir, wenn wir gestreichelt oder auf andere Weise angenehm ber\u00fchrt werden. Unseren <strong>K\u00f6rper und alle Sinneseindr\u00fccke zugleich<\/strong> genie\u00dfen wir, wenn wir als Spazierg\u00e4nger oder Sportler in der freien Natur das Landschaftsbild wahrnehmen, die frische Luft einatmen, die Vogelstimmen h\u00f6ren und den Wind sp\u00fcren. Und \u00fcber unseren Kopf genie\u00dfen wir, wenn wir forschen, Texte lesen oder schreiben und auf andere Weise unsere Gedanken in Bewegung versetzen.<\/p>\n<p>In allen genannten Bereichen der Sinneslust gibt es \u201eSpezialisten\u201c, die ihren <strong>Genuss<\/strong> sogar <strong>mit einem Beruf<\/strong> verbinden, zum Beispiel Musiker, bildende K\u00fcnstler\/ Designer, K\u00f6che, Masseure, Landschaftsarchitekten und \u2013 was die Lust am Denken betrifft &#8211; zum Beispiel Philosophen\/ Wissenschaftler\/ Schriftsteller\/ Journalisten.<\/p>\n<p><strong>Was wir gern tun, darin sind wir auch gut<\/strong>. Unser aller Leben k\u00f6nnte so sch\u00f6n sein, wenn jeder von uns seinen Lebensunterhalt mit T\u00e4tigkeiten verdienen k\u00f6nnte, die f\u00fcr ihn mit <strong>Genuss<\/strong> verbunden sind. Das ist nat\u00fcrlich viel verlangt. Vielleicht geht es auch eine Stufe bescheidener: die Arbeit sollte uns <strong>Befriedigung<\/strong> verschaffen. Beruf kommt schlie\u00dflich von \u201eBerufung\u201c: wer einen Beruf aus\u00fcbt, der sollte sich dazu berufen f\u00fchlen im Sinne von: \u201edas ist mein Ding! Hier f\u00fchle ich mich wohl!\u201c. Und noch eine Stufe bescheidener, aber immer noch wichtig: die <strong>Eignung<\/strong> f\u00fcr die T\u00e4tigkeit sollte vorhanden sein. Eignung bedeutet, dass man zur betreffenden T\u00e4tigkeit passt, sich also durch sie weder \u00fcber- noch unterfordert f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Ob wir nun Genuss, Befriedigung oder nur Eignung bei unserem beruflichen Tun erwarten: immer kommt es darauf an, dass wir uns \u00fcberhaupt <strong>\u00fcber das Potenzial unserer Sinne und unseres Denkens im Klaren<\/strong> sind. Bezogen auf welche Sinneswahrnehmungen und welche Denkoperationen sp\u00fcren wir unsere spezielle Ansprechbarkeit, Begabung, Neigung, Eignung?<\/p>\n<p><strong>Das herauszufinden ist, so meine ich, die wichtigste Funktion der Schule.<\/strong> Was soll und muss sie leisten? Lernen f\u00fcr das Leben bedeutet auch Vorbereitung auf berufliche Arbeit. Und zu dieser Vorbereitung geh\u00f6rt, dass alle Sinne und alle Weisen des eigenst\u00e4ndigen Denkens in der Schule angesprochen, ge\u00fcbt und entwickelt werden m\u00fcssen \u2013 zu dem Zweck, dass jeder Sch\u00fcler seine <strong>speziellen Ansprechbarkeiten, Begabungen und Neigungen<\/strong> entdecken und sie vertiefen kann.<\/p>\n<p>Die Schule sollte ihre Aufgabe also nicht darin sehen, die Sch\u00fcler durch die Vermittlung von Fakten auf Leben und Beruf vorbereiten. Sie sollte stattdessen durch ein breitgef\u00e4chertes Angebot, das die Sinne und das Denken der Sch\u00fcler in verschiedener Weise anspricht, jeden Sch\u00fcler in die Lage versetzen, herauszufinden, wo welche der angebotenen Aktivit\u00e4ten und Wissensbereiche bei ihm <strong>Genuss, Befriedigung, Freude<\/strong> hervorruft. Wenn er das wei\u00df, wird er sich in dieser Aktivit\u00e4t <strong>aus eigenem Antrieb<\/strong> weiterentwickeln wollen \u2013 <strong>ganz ohne Druck und Zwang<\/strong>.<\/p>\n<p>Folgerung: unsere Schulen m\u00fcssen anders werden.\u00a0\u00a0 <a title=\"0.- Inhaltsverzeichnis\" href=\"http:\/\/gedankenschuppen.de\/?p=220\">zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir genie\u00dfen \u00fcber unsere Sinne \u2013 das ist nichts Neues. 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